Alternativ ist bei einem Colostoma auch eine Irrigation möglich.Stoma Irrigation Tipps

Hierbei wird mittels eines Einlaufes mit Wasser, ein Reiz auf den Darmschleimhäuten ausgelöst. Dieser Reiz bewirkt eine Stimulation der Darmperistaltik und eine Entleerung durch das Stoma.

Weil aus diesem Grund meist 24 Stunden ( manchmal auch für 48 Std.) keine Ausscheidung mehr stattfindet, kann ein Minibeutel oder eine Stomakappe getragen werden.

Diese Versorgung eignet sich für berufstätige und aktive Menschen, da hiermit eine relative Unabhängigkeit wiedererlangt werden kann, da sie eine „willentliche“ Ausscheidung herbeiführen. Auch das Entweichen von Darmgasen wird mit dieser Methode erheblich eingedämmt.

Einige Voraussetzungen müssen berücksichtigt werden:

  • Ihr Stoma ist hierfür geeignet (am besten in der Klinik vom Operateur einschätzen lassen, sonst später vom Hausarzt)
  • Die Irrigation kann immer zur selben Tageszeit durchgeführt werden
  • Sie haben täglich etwa 1,5 Stunden Zeit
  • Postoperative Wundheilung abgeschlossen
  • Sie haben unauffällige Ausscheidungen
  • Sie wurden hierzu von Fachpersonal eingewiesen

Für Ileostomieträger eignet sich diese Methode leider nicht.

Desweiteren darf bei folgenden Vorkommnissen nicht oder nur eingeschränkt gespült werden:

  • Herz-und Kreislaufstörungen
  • Bestrahlung und Chemotherapie können ein Aussetzen der Irrigation nötig machen, das ist allerdings sehr individuell (probieren !)
  • Stenose (Verengung) des Stomas
  • Aussackung des Darmes nach unten (Siphonbildung)
  • Chronische entzdl. Darmerkrankungen
  • Bruch der parastomalen Bauchdecke

Hinweis:

  • Das Wasser darf die Körpertemperatur nicht überschreiten, aber auch nicht unterschreiten.
  • Die Wassermenge sollte genau berechnet werden.
  • Faustregel: mindestens 500 ml oder 10ml/kg

Sollte das Wasser nach der Wartezeit nicht mehr zurückkommen:

  • Kann es sein, dass Sie zu wenig getrunken haben?